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Detlev and me – Reloaded

Detlev ist wieder da. Zurück aus der Sommerfrische in Hamburg. Wirklich gefunden hat auch die Werkstatt dort nichts, aber trotzdem ein paar Teile als mögliche Fehlerquellen ausgetauscht und jetzt ist Detlev hoffentlich wieder frisch und guter Dinge.

Heute Morgen sind wir beide jedenfalls in die Schweiz aufgebrochen, was nicht ohne kleinere und größere Dramen vonstatten ging. Und dabei hatte ich alles so gut vorbereitet: Detlev war am Vortag schon von mir bepackt worden, sein Kühlschrank mit Essen gefüllt und vorgekühlt, das alte Wasser abgelassen, frisches Wasser eingefüllt… und eigentlich hätte es dann heute Morgen nur noch losgehen müssen.

 

Es fing schon damit an, dass ich den Schlüssel vergessen hatte. Ich hatte es nämlich für eine grandiose Idee gehalten, mein Auto gleich in der Garage zu lassen und mit dem Fahrrad zu Detlevs Parkplatz zu fahren. Detlev hat nämlich, weil ich ein bisschen städtisch wohne und nur einen Tiefgaragenstellplatz mein eigen nenne, sein ganz eigenes Zuhause zwei Kilometer von mir entfernt gefunden. Dort befindet er sich in guter Gesellschaft mit einigen Fisch-Marktwagen und muss sich nicht langweilen.

 

So weit so gut. Detlev war also fertig gepackt und es sprach rein gar nichts dagegen, mit dem Fahrrad zu seinem Stellplatz zu fahren. Dann hätten die Hunde noch einmal Auslauf und wir könnten los. So dachte ich. Blöd nur, dass Detlevs Schlüssel gestern Abend gemütlich bei mir im Auto geblieben war. Ich sagte es ja schon, mit Schlüsseln habe ich es nicht so.

 

Also noch einmal Retour, Schlüssel geholt, noch eben ein Brötchen und einen Kaffee beim Bäcker abgegriffen und dann hätte es eigentlich losgehen können. Wenn ich nicht das Bedürfnis gehabt hätte, den Hunden noch einmal Wasser anzubieten (was sie letztlich dann einfach verschmäht haben, um das schon mal vorwegzugreifen).

 

Denn Detlev weigerte sich beharrlich, auch nur einen Tropfen Wasser herzugeben. Nichts. Die Wasserpumpe lief zwar wie nix, saugte aber augenscheinlich überhaupt gar kein Wasser an. Sehr gesund klang das nicht. Nach vielem Hin und Her, einem Anruf in Detlevs alter Heimat, kleiner Recherche im Internet, habe ich dann beherzt in Detlevs Eingeweide gefasst, sprich in den Wassertank, und ein wenig an Wasserpumpe gerüttelt. Und siehe da, auf einmal zeigte sich Detlev kooperativ. Ich habe den Verdacht, er ist eventuell doch eine kleine Diva.

 

Aber wie auch immer. Heute sind wir dann immerhin noch bis Hardegsen gekommen. Da ich erst am Dienstagnachmittag in der Schweiz sein muss und mein geplanter Besuch in Neumühlen abgesagt werden musste, habe ich vier Tage Zeit für die Strecke. Eile mit Weile.

Hier in Hardegsen jedenfalls ist es richtig schön, so wie ich das Harzvorland aus meiner Studienzeit in Göttingen in Erinnerung habe. Ein, wie ich finde, fantastischer, relativ neu angelegter Wohnmobilhafen mit allem Drum und Dran. Sogar der Weg zum nächsten Bäcker ist ausgeschildert. Sehr aufmerksam. Und es gibt eine wunderschöne Umgebung zum Laufen und Fahrradfahren für die Hunde. So kann es bleiben.